Leben, Berufung und Struktur

Eine jede funktionale Gemeinschaft braucht auch eine innere Ordnung und Regeln an die sich alle halten, damit ein Zusammenwirken friedvoll und alltagstauglich bleibt. Sie funktioniert nicht als "wilder Haufen", der tut und lässt, was er will.

Die Humanistische Ordensgemeinschaft lebt aus einer klaren, gewachsenen Struktur, die in unserer Ordensregel - der Regula Humanitas - beschrieben ist. Sie verbindet Verbindlichkeit mit persönlicher Freiheit und macht sichtbar, wie ein gemeinsamer geistiger Weg im Alltag getragen werden kann. 

Unsere Ordensführung liegt bei einem gewählten Ordensrat, der jeweils für eine Zeit von zwei Jahren Verantwortungsträger ist und von allen Ordensmitgliedern gemeinsam gewählt wird. 

Ein Co-System verteilt die Verantwortung bewusst, während eine Ältesten-Begleitung für innere Reife, Erfahrung und Klärung sorgt. Entscheidungen entstehen so nicht aus Einzelautorität, sondern aus gemeinsamer Verantwortung und geprüfter Erfahrung.

Der Weg selbst ist in Stufen gegliedert. Im Postulat entsteht ein erstes verbindliches Mitgehen, im Noviziat wird die Praxis vertieft und im Alltag erprobt. Die Weihestufen stehen für eine gewachsene Entscheidung, den Weg mitzutragen und Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Übergänge zwischen diesen Schritten erfolgen nicht automatisch, sondern aus gemeinsamer Prüfung, persönlicher Reifung und im Dialog mit der Gemeinschaft.

Die tägliche Praxis bildet das Herz dieses Weges. Zeiten der Sammlung, der inneren Ausrichtung, des Lernens und des Austauschs geben dem Leben eine klare Form. Gleichzeitig bleiben Beruf, Beziehungen und persönliche Lebensgestaltung erhalten und werden bewusst in den Weg einbezogen. So entsteht ein Mönchstum mitten im Leben.

Die Gemeinschaft versteht sich integrativ. Unterschiedliche spirituelle und philosophische Zugänge haben ihren Platz, werden jedoch nicht beliebig vermischt. Sie werden im gemeinsamen Leben, in der Praxis und im Austausch geprüft, geklärt und auf ihre Tragfähigkeit hin vertieft. So wachsen aus verschiedenen Wegen immer wieder gemeinsame Einsichten über das Leben.

Innere Reife zeigt sich dabei im gelebten Leben: in wachsender Klarheit, in verantwortlichem Handeln, in der Fähigkeit zur Beziehung in der Gemeinschaft und im täglichen Leben, sowie im Dienst an der Gemeinschaft. Die Ordnung der Gemeinschaft schützt diesen Weg, ohne ihn einzuengen. Sie gibt Halt, schafft Verlässlichkeit und ermöglicht eine Entwicklung, die persönlich getragen und gemeinsam verantwortet ist.

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