
Gelebte Spiritualität mitten im Leben
Gemeinschaftliches Wachstum geschieht in unserer Ordensgemeinschaft in einer Form von Mönchstum, die mitten im Leben verankert ist. Unsere Ordensmitglieder stehen im Alltag, bleiben in ihren Familien und in ihren partnerschaftlichen Beziehungen und gehen zugleich einen verbindlichen inneren Weg. Das Leben selbst wird zum Ort der Übung und der Erkenntnis.
Ein sakraler Weg in diesem Verständnis führt nicht aus der Welt heraus. Er ist eine bewusste Bewegung in sie hinein. Das, was den Menschen ausmacht, wird nicht ausgeklammert. Auch Nähe, Beziehung und Sexualität gehören dazu. Sie werden als Teil des Weges ernst genommen, weil sie den Menschen mit sich selbst in Berührung bringen und seine Fähigkeit zur Unterscheidung vertiefen.
Gerade darin liegt eine besondere Herausforderung in unserer Form des sakralen Lebens. Der Mensch begegnet Spannungen, die sich nicht einfach auflösen lassen. Das Sakrale und das Alltägliche stehen nebeneinander und verlangen danach, in ihrem Zusammenhang erkannt zu werden. Dieser Weg fordert Aufmerksamkeit, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, sich dem eigenen Leben wirklich zu stellen.
Unsere Gemeinschaft begleitet diesen Prozess. Sie gibt Halt, wenn der Weg unübersichtlich wird, und sie schafft einen Raum, in dem Erfahrungen geteilt und eingeordnet werden können. So wächst nach und nach die Fähigkeit, das Leben in seiner ganzen Wirklichkeit zu durchdringen und darin eine tiefere Ordnung zu erkennen.
Dieser Weg ist anspruchsvoll. Er verlangt dem Menschen viel ab, weil er ihn nicht ausweichen lässt. Zugleich eröffnet er eine Form von Tiefe, die nur dort entsteht, wo das Leben ganz angenommen wird.